BQ 897 – 2/2026
Ein Vorkämpfer im Kampf gegen Diskri­mi­nierung: Abschied von Dr. Kishan Manocha

(Bonn, 19.01.2026) Anlässlich seines jüngsten Symposiums im European Press Club in Brüssel hielt der FoRB Roundtable EU Brussels eine Schweigeminute zum Ge­denken an Dr. Kishan Monacha (1968–2025), den Co-Vorsitzenden unseres FoRB Roundtable EU Brussels. Im Folgenden geben wir einen Nachruf der Vorsit­zenden des Runden Tisch­es, Thomas Schirrmacher und Eric Roux wieder.

Dr. Kishan Manocha (1968–2025) war nicht nur ein angesehener Arzt und Menschen­rechtsaktivist, sondern auch ein zutiefst humaner und prinzipientreuer Mensch, des­sen Leben die Werte ver­körperte, für die er eintrat. Geboren in Großbritannien in einer Bahá’í-Familie, die sich dem Dienst an ande­ren verschrieben hatte, trug er einen unerschütter­lichen Glauben an die Einheit der Menschheit und die Kraft von Integrität, Mit­gefühl und Vernunft zur Gestal­tung einer besseren Welt in sich. Selbst als er an­spruchsvolle berufliche Po­sitionen bekleidete, erin­nerte er seine Mitmen­schen mit seiner ruhigen Würde und moralischen Standhaftigkeit daran, dass Veränderung damit be­ginnt, wie wir einander zuhören, miteinander sprechen und miteinander umgehen. Für seine Kollegen und Freunde war er eine Quelle ruhiger Stärke und unerschöpflicher Freundlichkeit.

In seiner Funktion als Seniorberater für Religions- und Glaubensfreiheit im Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der OSZE und später als Leiter der Abteilung für Toleranz und Nichtdiskriminierung des ODIHR gab Dr. Mano­cha einer Vision von einer Gesellschaft Ausdruck, in der Gewissen und Überzeu­gungen frei gedeihen können. Seine Arbeit ging über Bürokratie und Politik hinaus; sie war geprägt von einem tiefen Respekt vor der menschlichen Erfahrung und der Heilig­keit des Glaubens. Unter seiner Führung fanden Regierungen, interreligiöse Netz­werke und zivilgesellschaftliche Gruppen eine gemeinsame Sprache und praktische Wege, um das Recht auf Glauben – oder Nichtglauben – in Würde zu wahren. Er wurde zu einem vertrauenswürdigen Brückenbauer in einigen der sensibelsten Kontexten, indem er rigoroses juristisches und politisches Verständnis mit Empathie und Zielstrebigkeit verband. Sein Einfluss prägt noch immer die Art und Weise, wie Nationen und Gemeinschaften mit dem heiklen Zusammenspiel von Glauben, Identität und Menschenrechten umgehen.

Der FoRB Roundtable EU Brussels bei seinem letzten Treffen zusammen mit der OSZE/ODIR © Eric Roux

Das größte Vermächtnis von Dr. Manocha liegt jedoch nicht nur in den Institutionen, die er gestärkt hat, oder den Rahmenwerken, an deren Gestaltung er mitgewirkt hat, sondern in den Herzen derer, die er inspiriert hat. Er hatte die seltene Gabe, anderen zu helfen, die Menschlichkeit in denen zu sehen, die am unterschiedlichsten schienen. Ob in einer politischen Sitzung oder in einem ruhigen Gespräch, er vermittelte die unerschütterliche Überzeugung, dass Respekt und Dialog keine Ideale der Bequem­lichkeit, sondern morali­sche Gebote sind. Sein Tod hinterlässt eine tiefe Lücke, doch sein Beispiel inspiriert weiterhin eine Generation von Menschen­rechtsaktivisten, Glaubens­führern und Wissenschaft­lern, die seine Vision einer Welt, die von Verständnis, Gewissen und Mitgefühl geleitet wird, weiterführen.

Als Co-Vorsitzender des Runden Tisches zur Re­ligions- und Glaubens­frei­heit der EU in Brüssel brachte Dr. Manocha den­selben Geist der Inklusion und Zielstrebigkeit ein, der sein Lebenswerk geprägt hat. Wir beide, Thomas Schirrmacher und Eric Roux, die Vorsitzenden des Runden Tisches, waren tief beeindruckt von seinem Fachwissen, seiner Leidenschaft und seiner Herzlichkeit. Seine Führungsqualitäten haben den Runden Tisch bereichert und dessen Mission unermesslich gestärkt, und alle, die das Privileg hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten, werden seine Abwesenheit spüren.

Downloads und Links

  • Foto 1: Dr. Kishan Manocha spricht 2019 im EU-Parlament auf der Konferenz „Faith for Freedom“, organisiert vom FoRB Roundtable EU Brussels © IIRF/Martin Warnecke
  • Foto 2: Der FoRB Roundtable EU Brussels bei seinem letzten Treffen zusammen mit der OSZE/ODIR © Eric Roux
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