BQ 939 – 44/2026
Verhaftungen, Bedrohungen und Repressalien gegen Christen in Kuba

Das Internationale Institut für Religionsfreiheit veröffentlicht einen Bericht zur Situation der Christen in Kuba

(Bonn, 26.06.2026) Religiöse Aktivitäten gelten in dem seit über sechs Jahrzehnten von der Kommunistischen Partei alleinregierten karibischen Inselstaat als verdächtig. Sie werden vom „Amt für religiöse Angelegenheiten“ sowie der Staatssicherheit kontrolliert. Äußerungen von Christen und anderen Gläubigen, die der staatlichen Ideologie widersprechen, werden strafrechtlich verfolgt. Dennoch wächst die Kritik aus den Kirchen, besonders in den sozialen Medien. Der Staat reagiert mit Härte. Verhaftungen, Bedrohungen und Repressalien sind allgegenwärtig.

Martin Lessenthin schreibt in dem nun veröffentlichten Report einleitend: „Auf der kubanischen Isla de la Juventud im Süden Kubas ist eine kleine, über hundert Jahre alte Kirche erhalten. Es handelt sich um die Evangelisch-Lutherische Kirche von Cocodrilo (zu deutsch ‚Krokodil‘), die vor etwa 120 Jahren von einer Handvoll ‚Alligatoren-Christen‘ (in der Sprache der Kariben ist ‚cayman‘ der Name für das dort vorkommende Spitzkrokodil – deshalb wurden die von dort stammenden Einwanderer ‚Alligatoren-Christen‘ genannt) und einem deutschen Ehepaar errichtet wurde. Es ist das älteste Überbleibsel einer Gemeinschaft, die es verstanden hat, inmitten der Isolation zu überleben und zu wachsen.

Heute zählt die Vereinigte Evangelische Kirche – Lutherische Synode (IEU-SL), zu der auch die Lutheraner in Cocodrilo gehören, etwa 1.500 Mitglieder, die auf elf Gemeinden in sieben Provinzen verteilt sind. Von ihren Anfängen im Zusammenhang mit der amerikanischen Missouri-Synode bis zu ihrem Eintritt in den Lutherischen Weltbund im Jahr 2018 haben die kubanischen Lutheraner ein Modell einer zugleich traditionsorientierten, aber auch der Moderne zugewandten Kirche entwickelt, die tief in die soziale Begleitung der Bedürftigen involviert ist. Diese Arbeit stieß jedoch oft auf den Widerstand durch die jede Initiative erstickende Kommandowirtschaft und eines feindseligen staatlichen Umfelds, in dem Religionsfreiheit, obwohl sie auf dem Papier garantiert ist, nicht in reales Handeln umgesetzt wird. Hilfe im Sinne tätiger Nächstenliebe wird von Repräsentanten des Staates oft mit Argwohn betrachtet und als unerwünschte Konkurrenz abgewürgt.“

Downloads und Links

  • Foto: Lutherische Synode in Santiago de Cuba, März 2026 © Vereinigte Lutherische Kirche in Kuba
  • IIRF Report 2026/16 „Zwischen Glauben und Überleben: Kubas Lutheraner stehen vor einer Grenzsituation“: https://iirf.global/?p=7243
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